Wenn Liebe Loslassen bedeutet – Nalas Geschichte

Uncategorized · Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Manchmal nimmt das Leben eine ganz andere Wendung, als wir es uns vorgestellt und gewünscht haben. Und manchmal stehen wir vor der Herausforderung, genau das anzunehmen und loszulassen, was uns besonders am Herzen liegt.

So ging es mir in den vergangenen Monaten mit unserer Hündin Nala.

Nala lebt heute nicht mehr mit Amy und mir zusammen.

Aber lasst mich ein wenig weiter ausholen …

Unsere mittlerweile fast vierjährige Tierschutzhündin haben wir als ganz kleinen Welpen aus einem Tierheim in Málaga adoptiert. Eine knapp acht Wochen alte, ausgesetzte, zuckersüße, überwiegend schwarze Mischlingshündin namens Nala.

So süß sie auch war, so herausfordernd kam sie mit all ihren Themen mitten in unserer Familie an. Von unseren wunderschönen Wunschvorstellungen, wie das Zusammenleben mit ihr als Familie und auch für unsere ältere Hündin Amy sein würde, ist zunächst nichts geworden. Die Situation war eine komplett andere als erwartet und erhofft.

Nalas Bedürfnisse waren durch ihre mitgebrachten Angstzustände enorm. Sie als Zweithund in unsere Familie zu integrieren, war alles andere als leicht. Amy hatte Angst vor ihr und benötigte Abstand. Gleichzeitig beanspruchte Nala rund um die Uhr unsere komplette Aufmerksamkeit und Begleitung.

Schlimme Beißattacken, Schreianfälle, um bloß nicht zur Ruhe kommen zu müssen, da sie Angst vor dem Schlafen hatte, und viele weitere Verhaltensweisen machten ihr und auch uns als Familie ein normales Leben nahezu unmöglich. Ein Angsthund mit allen denkbaren Herausforderungen, der bereits im zarten Alter von acht Wochen wusste, wie man seine Zähne ordentlich zur Verteidigung einsetzt!

Hier war das Annehmen der Umstände von uns zum ersten Mal gefordert.

All unsere Gedanken und wunderschönen Vorstellungen mussten über Bord geworfen werden. Stattdessen brauchten wir einen Plan, wie wir mit dieser Situation umgehen konnten.

Bei der Strukturierung unseres Alltags hatten wir unglaublich gute Unterstützung durch eine Hundetrainerin. Ein Glück! Denn auch wenn man mit Tieren sprechen kann, benötigt man hin und wieder ganz praktische Tipps für die Themen, die auftauchen.

Und an dieser Stelle möchte ich auch erwähnen, dass ich eine breit aufgestellte Unterstützung bei tiefgreifenden Themen mit unseren Tieren nur empfehlen kann. Tierkommunikation und praktische Unterstützung können sich wunderbar ergänzen.

Diese intensive Zeit hat natürlich auch zu einer sehr intensiven Beziehung geführt. Vor allem zwischen meiner jüngeren Tochter und Nala. Denn sie hatte Nala vom ersten Tag an als ihre eigene Hündin angenommen. Meine Tochter war damals gerade einmal 15 Jahre alt.

Auch wenn wir vieles gemeinsam als Team bearbeitet haben, war dennoch immer klar, dass Nalas Platz ganz eindeutig an der Seite meiner Tochter war.

An dieser Stelle möchte ich auch meinen größten Respekt und meine Liebe für meine Tochter aussprechen. Dafür, dass sie so unermüdlich mit Nala gearbeitet und so unglaublich viel Geduld in sie investiert hat. Nicht selbstverständlich für ein so junges Mädchen, wie ich finde.

Auch wenn die beiden über die Zeit und Jahre immer mehr zu einem eigenen Team wurden, sind wir gleichzeitig auch als ganze Familie immer enger zusammengewachsen. Bis unsere Familie sich durch eine Trennung wieder halbierte.

Nala, Amy, meine jüngere Tochter und ich sind gemeinsam weitergegangen. Dadurch wurde unser Miteinander noch enger, intensiver und unser Zusammenleben als Team immer eingespielter.

Nala, die Angsthündin, war schon lange nicht mehr die, die sie einmal gewesen war. Durch viele Tierkommunikationen, die wir ganz gezielt für ihr Training und ihre Unterstützung nutzen konnten, wurde aus der einst so ängstlichen und aggressiven Hündin ein Wesen, das nicht liebevoller sein könnte. Von ihren Ängsten war nur noch in ganz besonderen Momenten etwas zu sehen.

Ein harmonisches Miteinander hatte sich nach all den Anstrengungen eingestellt. Auch Amy und Nala hatten mittlerweile eine stabile Beziehung zueinander aufgebaut.

Alles hatte sich in eine gute, entspanntere Richtung entwickelt. Anstrengende Zeiten lagen hinter uns. Nalas so schwieriger Start ins Leben und in unsere Familie. Persönliche Trennungen, Auswanderungen und das Wiederfinden als neue kleine Familie, als Team.

Und nun sollte für mich persönlich die größte Herausforderung folgen.

Nachdem wir zu viert endlich etwas Ruhe gefunden hatten und erst kurz zuvor in unser schönes neues Zuhause auf Mallorca eingezogen waren, entschied sich meine Tochter aus absolut nachvollziehbaren Gründen, doch wieder für einige Zeit nach Deutschland zurückzugehen.

Das war ein großer Schock für mich. Nicht nur, weil ich schon immer Mama mit Leib und Seele war und diese Zeit nun auf eine gewisse Art und Weise enden würde. Sondern auch, weil ich wusste, dass Nala ihre Hündin ist und ich sie nicht bei mir halten konnte.

Und erneut war das Annehmen gefordert.

Anzunehmen, dass meine Tochter ihren eigenen Weg gehen möchte. Anzunehmen, dass Nalas Platz an ihrer Seite ist. Und vor allem anzunehmen, dass das Leben manchmal ganz andere Pläne für uns bereithält als die, die wir selbst für uns vorgesehen haben.

Loslassen war angesagt. Und das gleich im Doppelpack.

Das Loslassen meiner zweiten Tochter, nachdem ich bereits im Jahr zuvor meine erste Tochter hatte loslassen müssen. Und gleichzeitig das Loslassen einer ganz besonderen Hündin.

Einer Hündin, die mir unglaublich viel beigebracht hat. Auf meinem ganz persönlichen Weg, aber auch in meinem Verständnis für meine Arbeit und die Gespräche mit diesen besonderen Angsthunden und Tieren mit Angstzuständen im Allgemeinen.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Loslassen wohl eine meiner größten Lernaufgaben in diesem Leben zu sein scheint. Und wenn ich auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, erkenne ich, wie oft mich das Leben bereits vor genau diese Herausforderung gestellt hat.

Und somit sind meine Tochter und Nala im Juli aufgebrochen in ein neues Leben. Amy und ich sind auf der wunderschönen Insel geblieben.

Selbstverständlich haben wir beide Hunde mithilfe der Tierkommunikation auf diese große Veränderung vorbereitet. Darauf, dass sie künftig getrennte Wege gehen würden.

Und ganz entgegen all unserer Bedenken und vielleicht auch Sorgen haben wir versucht, diese Veränderung als eine gute Möglichkeit und Chance für alle Beteiligten zu sehen, über sich selbst hinauszuwachsen.

Was soll ich sagen?

Nala und auch Amy haben diese Trennung mit einer solchen Gelassenheit angenommen, dass wir Menschen wirklich überrascht waren!

Nach allem, was wir gemeinsam erlebt hatten. Nach all den Herausforderungen, den Ängsten, der intensiven gemeinsamen Zeit und der engen Bindung, die zwischen den beiden entstanden war.

Vielleicht waren wir Menschen diejenigen, denen das Loslassen am schwersten fiel.

Nach mittlerweile fast drei Monaten, in denen wir getrennte Wege gehen, bin auch ich gut in meinem neuen Leben angekommen und blicke dankbar auf all die Erfahrungen des Annehmens und Loslassens zurück.

Oftmals sehen wir im Loslassen nur den großen, tiefen Schmerz. Den Abschied. Den Verlust. Das, was künftig nicht mehr so sein wird, wie wir es kennen und lieben gelernt haben.

Doch Loslassen bedeutet auch immer eine Chance. Eine Chance auf Veränderung, auf Wachstum und vielleicht auch auf einen neuen Weg, der für unsere Seele noch viel passender ist.

Und wer weiß? Vielleicht ist genau dieser neue Weg derjenige, der von Anfang an unserem Seelenplan entsprochen hat?

Und vielleicht bedeutet Liebe eben nicht immer, an etwas festzuhalten, sondern auch, darauf zu vertrauen, dass jeder seinen eigenen Weg gehen darf. Auch dann, wenn dieser Weg nicht mehr derselbe ist.

Wenn auch du dich gerade in einer Situation befindest, in der du eine Entscheidung treffen musst, die mit Loslassen verbunden ist und dir das Gefühl gibt, dass dein Herz kurz davorsteht zu zerbrechen, dann möchte ich dir etwas mitgeben:

Denke stets daran, dass Loslassen nicht nur bedeutet, etwas zu verlieren. Es eröffnet auch Möglichkeiten, einen neuen, vielleicht sogar passenderen Weg für dich selbst und oftmals auch für andere zu gehen.

Wir müssen nicht immer sofort verstehen, warum sich etwas verändert. Manchmal dürfen wir zunächst einfach annehmen, was ist, auch wenn es nicht dem entspricht, was wir uns ursprünglich gewünscht haben.

Und darauf vertrauen, dass auch aus einer schmerzhaften Veränderung etwas Wundervolles entstehen kann.

Denn manchmal bedeutet Liebe eben auch, loszulassen. 🤍

Alles Liebe

Andrea

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